Moro-Arbeitsgruppe Gewerbe

Seit 2017

Ausgangslage

Die Region München wächst, die wirtschaftliche Entwicklung ist positiv, die Zahl der Arbeitsplätze nimmt jährlich im fünfstelligen Bereich zu – das ist erfreulich. Weniger erfreulich sind Begleiterscheinungen, wie eine überlastete Verkehrsinfrastruktur, der große Flächenverbrauch und die hohen und weiter steigenden Immobilienpreise, die zum Beispiel für Handwerker und andere kleine Unternehmen ein Problem darstellen.

Die im Juli 2017 publizierten Ergebnisse der IHK-Standortumfrage bestätigen diese Ansicht: Den meisten Handlungsbedarf und die größte Unzufriedenheit sehen die befragten Unternehmen bei der Verfügbarkeit und den Preisen von Flächen. Um diese Herausforderungen interkommunal zu diskutieren und Lösungsvorschläge herauszuarbeiten, hat die Moro-Arbeitsgemeinschaft den PV mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Gewerbeentwicklung in der Region beauftragt.

Zusammensetzung der AG

Die Moro-Arbeitsgemeinschaft ging aus einer gemeinsamen Wettbewerbsteilnahme der Landeshauptstadt München sowie weiterer zwölf Kommunen im Umland im Rahmen des Förderprogramms „Modellvorhaben der Raumordnung“ – kurz Moro – beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) im Jahr 2003 hervor. Da die Wichtigkeit eines interkommunalen Austauschs in Fragen der räumlichen Entwicklung bereits damals erkannt wurde, hat man die Arbeitsgemeinschaft auch nach Projektabschluss 2006 als Plattform fortgeführt, um Lösungsvorschläge für die Siedlungsentwicklung zu erarbeiten. Weitere Informationen zu Moro erhalten Sie auf der Website der Stadt München.

Zielgruppe

Zielgruppe der neuen AG Gewerbe sind insbesondere die Wirtschaftsförderer der Moro-Mitgliedskommunen. Im Frühling 2017 fand die erste Sitzung statt, in deren Mittelpunkt die Flächenverfügbarkeit und das weitere Vorgehen standen. Das Münchner Referat für Arbeit und Wirtschaft informierte über den aktuellen Stand der Fortschreibung des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms. Neben Optimierungen im Bestand ist die Neuentwicklung und Erweiterung von Gewerbeflächen im Umfang von ca. 35 ha geplant.

Besuch des Gewerbehofs München

Ende Oktober 2017 besuchten die Mitglieder der MORO-Facharbeitsgruppe Gewerbeentwicklung in der Region München den Gewerbehof in München-Laim. Auf Einladung des PV informierte der Geschäftsführer der Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrumsgesellschaft mbH (MGH), Rudolf Boneberger, über das Konzept der Münchner Gewerbehöfe. Anschließend besuchte die AG einige Unternehmen im Laimer Gewerbehof.

Hauptgesellschafter der MGH GmbH ist mit über 99 Prozent die Landeshauptstadt München. Zweck der Gesellschaft ist v.a. die Bewirtschaftung angemieteter Gewerbeimmobilien zur Förderung mittelständischer Unternehmen, insbesondere auch des Handwerks und des produzierenden Gewerbes. In München gibt es für diese Zielgruppe auf dem freien Immobilienmarkt praktisch keine kleinen Mietparzellen mit entsprechender Ausstattung in Innenstadtlage. Diese Nische versucht die MGH zu besetzen. Die Landeshauptstadt München unterstützt die MGH durch Investitions- und Betriebsmittelzuschüsse. Auch Mittel der sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) wurden zweckgebunden zur Errichtung von Gewerbehöfen verwendet. Die Gewerbetreibenden zahlen eine marktgerechte Miete, für Existenzgründer wird eine gestaffelte Mietreduzierung für die ersten drei Jahre der Anmietung angeboten.

Der 2011 eröffnete Gewerbehof in Laim ist als bislang einzige Immobilie auch im Eigentum der MGH und bietet eine vermietbare Fläche von 11.000 m². Aktuell sind 99,65 Prozent der Flächen vermietet. Im dicht bebauten Stadtraum müssen auch die Obergeschosse für produzierende Betriebe, die z.B. schwere Maschinen einsetzen, geeignet sein. Dazu verfügt das Gebäude über eine erhöhte Deckenbelastbarkeit von bis zu 1.500 kg/m² und über Lastenaufzüge, die bis zu 11.000 kg Traglast bewältigen können. Ein weiterer Vorteil des Gebäudes sind die Gemeinschaftseinrichtungen für die Mieter, wie Besprechungsräume oder Teeküchen. Auch die Einrichtung einer Kantine ist bei Bedarf möglich. Laut Boneberger ist das Konzept grundsätzlich auch auf andere Kommunen übertragbar, allerdings sollte zuvor genau geprüft werden, ob dieses Instrument benötigt wird, welche Größenordnung angestrebt wird und wie das Projekt finanziert werden kann. Die MGH steht den PV-Mitgliedern für Fragen gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen: MGH Münchner Gewerbehöfe