Raumordnerisches Entwicklungskonzept (ROEK) München -Südwest

2014

2014 haben die Städte Germering und Starnberg, die Gemeinden Gauting, Gräfelfing, Krailling, Neuried und Planegg sowie die Landeshauptstadt München das Raumordnerische Entwicklungskonzept München Südwest (ROEK) erarbeiten lassen. Ausgangslage dafür waren die hohen Verkehrsdichten auf Durchgangsstraßen und in Wohngebieten und die daraus resultierende Unzufriedenheit der Bürger. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) hat für die beteiligten Kommunen den Fördermittelantrag erarbeitet, das Ausschreibungsverfahren durchgeführt und im Prozess fachlich beratend mitgewirkt.

Fokus: Innenentwicklungspotenziale

Das Gutachten ist eine interdisziplinär angelegte Expertise, in dessen Aufstellungsprozess Vertreter der Auftrag gebenden Kommunen einbezogen wurden. Der Untersuchungsfokus sollte auf den Innenentwicklungspotenzialen der betroffenen Gemeinden, den naturräumlichen Potenzialen bzw. Restriktionen und der hohen durch den motorisierten Individualverkehr induzierten Belastung gelegt werden. Die Raumanalyse erfolgt hinsichtlich Bevölkerungsentwicklung, Verkehr und Flächen z.T. datenbasiert, ist aber vor allem durch „funktionelle und morphologische Raumbetrachtungen“ geprägt.

Ziele

Als Ziele wurden die Aufwertung und Verdichtung der Bahnhofsumfelder, die Stärkung des „Langsamverkehrs“ (Fuß, Rad) sowie die Verbesserung der Erholungsfunktion der Landschaft abgeleitet. Auf der Basis möglicher Entwicklungsszenarien wurden konkrete Planungsvorschläge für das am geeignetsten gehaltene Szenario „Urbane Innenentwicklung“ (Nachverdichtung im Ortskern, Stärkung der Nahmobilität, Verbesserungen des ÖPNV- und Fahrradverkehrs) herausgearbeitet. Hierzu soll insbesondere im Umfeld der Bahnhöfe nachverdichtet bzw. Baurecht für Wohnungen und Einzelhandelsbetriebe geschaffen und die Nahmobilität verbessert werden. Die Gewerbeentwicklung soll besser interkommunal abgestimmt und Planegg als Standort der Wissensökonomie ausgebaut werden. In der Landschaft soll das Fuß- und Radwegenetz ausgebaut und besser über ihre Eigenschaften und Besonderheiten informiert werden. Insgesamt soll die Verkehrsplanung in diesem Raum künftig einerseits auf Ortsumgehungsstraßen eher verzichten, dafür aber tangentiale Radwegeverbindungen und Verbesserungen der Erschließung bzw. Anbindungsqualität des ÖPNV schaffen.

Ergebnis

Neben einer Raum- und Strukturanalyse enthält das Konzept Vorschläge für Handlungsfelder und Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit. Um konkrete Projekte umzusetzen und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verkehrs- und Siedlungsentwicklung langfristig und formell weiterzuführen, haben die Kommunen im Juli 2017 den Verein „Regionalmanagement München Südwest“ gegründet und eine Regionalmanagerin eingestellt. Sie hat das Projektmanagement für die ersten Handlungsfelder übernommen:

  • Innenentwicklung und Grünvernetzung Ziel: Förderung der Akzeptanz baulicher Nachverdichtung und gleichzeitig gestalterische Aufwertung der Freiräume im Südwesten Maßnahmen: Ausstellung mit beispielhaften Lösungen und Arbeitskreis zum regelmäßigen fachlichen Austausch
  • S- und Regionalbahnhöfe und Umfelder Ziel: Verbesserung der Verknüpfung der Verkehrsträger (v.a. Rad/Bus), Nutzungsverdichtung und funktionale und gestalterische Aufwertung des Stadtraums Maßnahmen: Bahnhofs- und Bahnhofsumfeldsteckbriefe für zwölf Bahnhöfe; Projektgruppe, in der u.a. umsetzbare Qualitätsstandards  Ausstattungsmerkmale v.a. für Radverkehr) erarbeitet werden; Konzept zur Interkompatibilität der bestehenden Radverleihsysteme; Entwicklung einer Marke z.B. „Freizeitbahn“ für die S-Bahn zwischen Pasing und Starnberg
  • Grüne Radl-Routen München Südwest Ziel: Radverkehr einschließlich E-Bikes insbesondere für den Arbeitsweg fördern Maßnahmen: Ergänzung der grünen Radl-Routen, verbesserte Übersichtskarte und öffentliche Veranstaltungen auch unter Einbeziehung der großen Arbeitgeber

Zusätzlich wurde eine Projektgruppe gegründet, die dreimal jährlich die integrierte Betrachtung von Siedlungsentwicklung und angepasste Mobilität fortsetzt und neue Projekte entwickelt.
Derzeit kooperiert der Verein mit dem Lehrstuhl für Strategie und Management für Landschaftsentwicklung der TU München und bearbeitet zusammen ein Anschlussprojekt im Bereich Landschaftsplanung „München Südwest: Landschaft integrativ und nachhaltig planen“.

Die Aktivitäten des Vereins sind unter RMMSW abrufbar.