Untersuchung zum Parkraum in der Ortsmitte Unterföhring

2008 und 2016

2008

Ausgangssituation

Die Gemeinde Unterföhring litt in der Ortsmitte besonders unter „Fremdparkern“. Dabei handelte es sich um Flugreisende, aber auch um Pendler und Arbeitnehmer, die den Straßenraum in der Ortsmitte als kostenlosen Parkplatz nutzten. Betroffen waren vor allem die S-Bahnnahen Bereiche sowohl westlich als auch östlich des Bahnhofs. Die Gemeinde hatte bereits in einigen Straßenzügen westlich der S-Bahn zeitliche Parkraumbeschränkungen eingeführt, die schon zu einer Reduzierung des „Flughafenparkens“ geführt hatten. Dennoch waren Teile der Bevölkerung weiterhin unzufrieden mit der Parkraumsituation.

Aufgabenstellung und Durchführung

Im Rahmen der Untersuchung sollte die Problematik genauer analysiert und nach Möglichkeiten gesucht werden, die Situation zu verbessern. Als Lösungsoptionen sollten die Einführung von Bewohnerparkzonen, aber auch die Veränderungen im Parkraummanagement geprüft werden. Zur Entscheidungsvorbereitung wurden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Parkraumlösungen aufgezeigt. Für die Problemanalyse wurde ein zweistufiges Vorgehen gewählt, das zunächst eine Grobanalyse und - bei konkret erkennbarem Handlungsbedarf - vertiefte Untersuchungen und Erhebungen vorsah.

Ergebnisse

Die Untersuchung ergab: Die Einführung von Bewohnerparkzonen konnte nicht empfohlen werden, vor allem weil die Voraussetzungen der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung VwV-StVO für eine Einführung nicht bzw. allenfalls sehr kleinräumig vorlagen. Eine Alternative zum Bewohnerparken bestand in der Ausweitung der bereits angewandten 5-Stunden Parkzeitbeschränkung, der nach Expertenauskunft eine deutliche Wirksamkeit in Bezug auf den Ausschluss von Flughafenparkern bescheinigt wurde. Die Ergebnisse der Erhebung bestätigten dies. Um längeres Parken in Bereichen zu verhindern, die auch von Kunden und Beschäftigen genutzt werden, wurde eine Verkürzung der Parkzeit bzw. Einführung einer Kurzzeitparkregelung empfohlen.

Darüber hinaus rieten die PV-Planer zu einer gewissne Harmonisierung der sehr heterogenen Parkregelungen, da diese zu Fehlverhalten führten. Außerdem wurde vorgeschlagen, mehr Werbung für die P+R-Anlage zu machen, mit dem Ziel, S-Bahn-Fahrer, die den öffentlichen Straßenraum anstelle der P+R-Anlage nutzen, auf die Anlage zu lenken.

2016

Ausgangssituation

2008 hatte die Gemeinde Unterföhring aufgrund hohen Parkdrucks durch „Fremdparker“ im bahnhofsnahen Bereich eine Parkraumuntersuchung beauftragt. Basierend auf deren Ergebnissen hatte sie im Folgejahr Bewohnerparkausweise in verschiedenen Straßen im Umfeld des Bahnhofs eingeführt und damit positive Erfahrungen gemacht. Aufgrund von Anträgen aus der Bewohnerschaft überlegte die Gemeinde dann, ob weitere Quartiere oder Straßenzüge mit Bewohnerparkausweisen ausgestattet werden sollten. Grundlage für diese Entscheidung sollte wieder eine Untersuchung der Parkraumsituation sein.

Methodik

Wie bereits beim Vorgängerprojekt wurde die Stellplatzauslastung in den betroffenen Straßenzügen durch Begehung im Stunden- bzw. in Einzelfällen auch im Halbstundenrythmus an einem Werktag und – zum Vergleich – an einem Sonntagmorgen durchgeführt. Im Stadionbereich wurden zusätzliche Zählungen an Turniertagen durchgeführt. Im Bereich der Lindenstraße wurde ergänzend auch die Parkdauer ermittelt.

Ergebnisse

Die Einführung von Bewohnerparkzonen wurde nicht empfohlen. Zwar ergab die Erhebung kleinräumig und zeitlich begrenzte Bereiche mit erheblichem allgemeinem Parkdruck, z.B. im Stadionumfeld bei Bayernligaspielen oder an der Dammstraße bei Trainingsbetrieb. Auch gab es vereinzelte Grundstücke mit einem Stellplatzdefizit. Dass alle drei Voraussetzungen, die zur Einführung des Bewohnerparken erforderlich sind, zusammen zutreffen, war jedoch für keinen Straßenzug der Fall.